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Die Tatsache lässt sich nicht wegleugnen, dass die Stadt Salzburg am Nordrand der Alpen liegt und auch bedingt durch diese Lage über ein „warm-gemäßigtes Regenklima“ verfügt.
Aufgrund von Nordstaulagen und Föhn, der durch die Nähe zur Alpenkette entstehen kann, tritt dann immer wieder der berühmt-berüchtigte „Salzburger Schnürlregen“ auf, der nicht nur in zahlreichen Büchern, Gedichten, Filmen und Operetten besungen wird, sondern der es inzwischen von lokaler Berühmtheit zu internaionalem – allerdings leicht zweifelhaftem – Ruhm gebracht hat, da auch das Salzkammergut, der Chiemgau und sogar das Allgäu sich dieses Wetterphänomens hin und wieder „erfreuen“ können.
Doch nirgends regnet es so überraschend, heftig und schön wie in Salzburg! Und der Schnürlregen gehört zu dieser Stadt wie Mozart, die Festspiele oder die Nockerln. Eigentlich ist der Schnürlregen ein überraschender Regenguss - sozusagen aus heiterem Himmel - der aufgrund einer besonderen Windkonstellation in schrägen Schnüren vom Himmel fällt, bald vorbei ist und die schöne Stadt wiederum reingewaschen im herrlichsten Sonnenlicht präsentiert.
So sehr Salzburger und ihre Gäste auch über ihren Schnürlregen jammern, insgesamt ist das Salzburger Klima, verglichen mit anderen weit extremeren Klimazonen,immer noch sehr günstig, wobei großteils Westwetterlagen und Nordwestwinde die Großwetterlage um Salzburg bestimmen.
Die Salzburger haben bereits frühzeitig begonnen, ihrem Wetter auf den Grund zu gehen. Seit dem Jahre 1874 werden in der Stadt Klimamessungen durchgeführt, die in kompletter Folge vorliegen. Diese Aufzeichnungen sind für die Entwicklung des Klimas im Stadtgebiet von großer Wichtigkeit, da in ganz Mitteleuropa sehr wenige so lange zurückreichende Untersuchungsreihen vorliegen. Eine wichtige Rolle bei diesen Untersuchungen übernahm der Salzburger Stadtverein; seit 1888 werden im architektonisch prächtigen Wetterhäuschen am Alten Markt – im Herzen der historischen Altstadt – in ununterbrochener Reihenfolge Wetteraufzeichnungen vorgenommen.
Welcher Klimazone entspricht nun das Salzburger Klima? Aufgrund der Unterscheidung der Erde in fünf Klimazonen (Tropisches Regenklima, Steppen- und Wüstenklima, warmgemäßigtes Regenklima, winterkaltes Klima und Schneeklima) entsprechen die Werte in Salzburg – wie bereits vorerwähnt – dem warmgemäßigten Regenklima, genau genommen einem immerfeuchten Klima mit Niederschlägen in fast allen Monaten und einem monatlichen Wärmemittel zwischen 10 und 22 Grad – Ausnahmen nach oben hin sind möglich und werden stets freudig begrüßt!
Da aber ein Regenspaziergang in einer so schönen Stadt mit ihrer wunderbaren unmittelbaren Umgebung durchaus seine Reize haben kann – und es ohnedies kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur die falsche Kleidung - haben die Salzburger sich bereits von jeher mit praktischer, passender und auch sehr fescher Regenkleidung eingedeckt, man denke nur an den kleidsamen Lodenmantel mit oder ohne Kapuze, an den rustikalen Wetterfleck (allumfassender Lodenumhang) oder an den geradezu unverwüstlichen Walkjanker in allen Farben. Doch auch die ästhetisch nicht ganz so ansprechende Regenhaut aus durchsichtiger Plastik kann durchaus als Erste Hilfe bei einem überraschenden Regenguss von Nutzen sein!
Festes regendichtes Schuhwerk hat in Salzburg allemal seine Daseinsberechtgung, und die Farbauswahl bei Gummistiefeln ist schier unerschöpflich! Dass praktische Regenbekleidung in Salzburg durchaus Tradition hat, geht schon aus der Tatsache hervor, das eines der ältesten und bekanntesten Geschäfte für Schirme und Regenbekleidung in der Altstadt bis auf das Jahr 1544 zurückblicken kann! Auch der Schirm, in früheren Jahren nur als notwendiger Schutz gegen Regen gedacht, hat inzwischen die verschiedensten Wandlungen durchgemacht; die Modelle reichen heute vom einfachen Regendach bis zum aufwendig gestylten Modeobjekt, farbig, witzig, mit tröstlichen Sprüchen versehen, modisch und inzwischen individuell zu jedem Träger und jeder Trägerin passend!
Regen hat also durchaus auch seine positiven Seiten, was zahlreiche Dichter und Liedermacher frühzeitig erkannt haben; Erich Kästner, der mit seinem zauberhaften Roman „Der kleine Grenzverkehr“ der Stadt Salzburg ein unvergessliches, liebenswertes Denkmal gesetzt hat, konnte auch einem Spaziergang im Regen durchaus schöne Seiten abgewinnen, wenn er in seinem Gedicht „Nasser November“ u.a. schreibt: „Ziehen Sie die ältesten Schuhe an, die in Ihrem Schrank vergessen stehn! Denn Sie sollten wirklich dann und wann – auch bei Regen durch die Straßen gehen....“
Dem Dichter kann nur beigepflichtet werden, vor allem dann, wenn die nassen Straßen, durch die er empfiehlt, zu gehen, sich in einer so schönen Stadt wie Salzburg befinden, die auch bei Regen ihren ganz besonderen Zauber entfaltet!
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